Interview: Michael Geissbühler

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Wie verbreitet ist das Dopen im Spitzensport aus Ihrer Sicht?
Die Einnahme von Doping ist sehr verbreitet und somit ein grosses Problem. Immer wieder hört man in den Medien von Fällen im Radsport. Denn gerade bei Ausdauersportarten wie dieser, verwenden extrem viel Sportler Doping. Nicht zu vernachlässigen ist die Anzahl Dopingfälle im Kraftbereich (vor allem Gewichtheben).
Wie üben Sie in Ihrer Schule die Dopingprävention aus?
Den Schülern werden Aspekte gezeigt, wie Leistungen ohne unerlaubte Mittel erreicht werden können und bei welchen schnell zu Doping gegriffen wird. Diese Themen werden im Fach Sportwissenschaft unterrichtet. Daneben gibt es Fächer wie Trainingslehre, Psychologie, Sportbiologische Grundlagen und nicht zuletzt Sportgeschichte. Dort erfährt man unteranderem, dass schon vor Christus massive Dopingmissbräuche stattgefunden haben. Schon damals gab das hohe Ansehen und der Wohlstand Anlass, um Doping auszuprobieren. So trank man zum Beispiel Stierblut und dachte, man werde stärker. Zwischendurch werden bei uns auch ethische Fragen diskutiert. In diesem Zusammenhang, fallen immer wieder die Wort Fairplay und Wettbewerbsverzerrung.
Wie könnte man Ihrer Meinung nach, den Sport dopingfrei machen?
Hierzu kommen mir vier Lösungsansätze in den Sinn. Die härteste und wohl wirksamste Methode wäre, bei einem positiven Dopingbefund, den Athleten und dessen näheres Umfeld (Trainer, Manager, Mediziner, Physiotherapeut usw.) für diesen Sport lebenslänglich zu sperren. Schliesslich nützt die Geschwindigkeitsbegrenzung im Strassenverkehr grösstenteils und grosse Überschreitungen der Geschwindigkeit treten nur selten ein.
Eine zweite Massnahme besteht in der Bildung. Das heisst, den Sportler für dieses Thema zu sensibilisieren und den Fairplay- Gedanken zu stärken. Ein positives Beispiel sind die OL Läufer. Sie konnten dazu sensibilisiert werden, den Jungwald zu meiden und die Natur zu respektieren.
Eine weitere Massnahme wäre, die Sportarten in einen Mehrkampf umzuformen. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Gewichtheber mindestens 2.5 Kilometer in 12 Minuten zurücklegen muss. Dadurch ist der Sportler gezwungen, völlig unterschiedliche Muskeln zu trainieren, was mit Doping nicht erreicht werden kann. Das zeigen auch die wenigen Dopingfälle im Fünfkampf. Heute wird im Skisprungbereich ein ähnlicher Ansatz verfolgt. Dort muss ein grosser und zu leichter Athlet mit kürzeren Skiern springen, was einen grossen Nachteil darstellt. Dadurch haben die Skispringer an Gewicht zugenommen und sind nicht mehr untergewichtig.
Eine letzte Möglichkeit sehe ich im Ausschluss von negativ auffallenden Sportarten bei den Olympiaden.
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